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space
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2018

Eric Meier
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Eröffnung: Freitag, 09.11.2018, 18 Uhr

Öffnungszeiten: 10.11. – 24.11.2018
Donnerstag bis Samstag 14 – 18 Uhr
Und nach Vereinbarung

Eric Meier verwebt in seiner künstlerischen Praxis individuelle, autobiographische und gesellschaftspolitische Themenkomplexe. Die Folgen abrupter gesellschaftlicher Veränderungen, bedingt durch den Zusammenbruch des real existierenden Sozialismus, sind Ausgangspunkt für seine kritischen Reflexionen. Aus der Fotografie kommend, erweitert er das Medium um skulpturale Objekte und auf den Raum bezogene, installative Eingriffe. Von der reinen Abbildung gelöst nähert er sich seinen Themen über das Material, kombiniert harte Oberflächen, fragile Objekte und abstrahierte Bilder. In seiner Arbeit Unbetiteltes Fragment (FFO III) präsentiert er zarte Glasobjekte, auf Paneelen aus Waschbeton platziert. Deformiert und derangiert scheinen diese Objekte, umgeformte und abstrahierte Gasflaschen, auf dem harten Stein zu lungern, buchstäblich leer und ausgelaugt. Weitere Glasobjekte sind in den Ausstellungsräumen verteilt, alleine und in Gruppen platziert scheinen sie wie die desolaten und resignierten Bewohner einer aussichtslosen Welt. Aggressiv und impulsiv hingegen wirkt der Unterton der 16-teiligen Wandarbeit Auf gute Nachbarschaft. Sechzehn Betonhände zeigen mit ausgestrecktem Zeigefinger in den Raum. Worauf sie zeigen, was sie bemäkeln oder auf wen sie mahnend gerichtet sind bleibt unklar. Klar ist jedoch die Richtung: Sie zeigen weg vom Ich, hinaus in eine unsichere Welt, abweisend und schroff.

Ein Gefühl der exzessiven Ichbezogenheit evoziert wiederum Wie Du mir, so ich Dir. In der von den Nationalsozialisten genutzten Frakturschrift Tannenberg platziert Eric Meier die Worte „Ick Ick Ick, i i i, ei ei ei“ an der Wand. Die Buchstaben sind jedoch nicht auf den Putz aufgetragen, der Künstler hat die Worte in die Wand gefräst, ein Eingriff den man als obsessiv und durchaus gewalttätig lesen kann. Er durchbricht dabei die Oberfläche der Wand und hinterlässt eine permanente Einschreibung. Eine Auseinandersetzung mit Schichten, Spuren und Oberflächen charakterisiert auch die beiden monochromen fotografischen Arbeiten Dragons und Wand. Die Strukturen von Oberflächen entfalten hier malerische Qualitäten, Textfragmente schaffen einen historischen Kontext.

Eric Meier setzt in der Ausstellung subtil kulturelle Verweise und zeichnet so das Bild einer postsozialistischen Gesellschaft, die durch Härte, Überforderung, Sehnsüchte und Nostalgie gleichermaßen geprägt ist. Gefühle von Macht und Ohnmacht scheinen einander zu bedingen, unter einer oberflächlichen Aggressivität schimmert Fragilität. Eric Meiers Perspektive ist nicht vorwurfsvoll, sondern emphatisch, poetisch und durchaus humorvoll.

Eric Meier studierte bei Heidi Specker an der HGB in Leipzig und bei Manfred Pernice an der UdK in Berlin.

Eric Meier (b. 1989 in Berlin, aufgewachsen in Frankfurt an der Oder) lebt und arbeitet in Berlin und Leipzig.

eric-meier.com



Opening: 09.11.2018, 6 pm

10.11.2018 - 24.11.2018
open Thursday - Saturday, 2 pm - 6 pm
And by appointment

In his artistic practice Eric Meier interweaves individual, autobiographical and socio-political issues. The consequences of abrupt social changes, caused by the collapse of the socialist system, are the vantage point for his critical reflections. Trained as a photographer, he expands the medium employing sculptural objects and space-related installations. Detached from pure depiction, he approaches his themes through the material, combining hard surfaces, fragile objects and abstract images. He subtly sets cultural references and draws the image of a post-socialist society that is equally characterized by hardness, feelings of powerlessness, longings and nostalgia. Eric Meier studied with Heidi Specker at the HGB in Leipzig and with Manfred Pernice at the UdK in Berlin.

Eric Meier (b. 1989 in Berlin, grew up in Frankfurt an der Oder) lives and works in Berlin and Leipzig.

eric-meier.com


































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